Generation Pause?

Früher hieß es: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Heute scheint es manchmal andersherum. Flexible Arbeitszeiten, Work-Life-Balance, Sabbatical, mentale Gesundheit – und bitte kein Chef, der sonntagabends noch Nachrichten schreibt. Schnell steht das Urteil fest: Die Jugend ist bequem geworden. Wenig Ehrgeiz, wenig Verantwortung, viel Pause.
Doch stimmt das wirklich? Die Zahlen erzählen eine andere Geschichte. Die Erwerbsbeteiligung junger Menschen ist gestiegen. Junge Menschen arbeiten also durchaus – nur anders. Sie fragen häufiger: Wofür mache ich das? Was bringt mir Verantwortung? Was lerne ich dabei? Und lohnt sich Karriere, wenn sie vor allem Druck bedeutet? Vielleicht haben wir nicht eine „Generation Pause“, sondern eine Generation „Sinn". Früher galt Leistung oft als Pflicht. Heute muss Leistung Sinn ergeben. Verantwortung wird nicht grundsätzlich abgelehnt – sie muss nachvollziehbar sein. Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht: Warum will die Jugend keine Verantwortung mehr? Sondern: Haben wir Verantwortung vielleicht so unattraktiv gemacht, dass keiner mehr Lust darauf hat?
Bleiben Sie Neugierig!
Ihr Stefan Krämer