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Agri- und Bio-Business in Weihenstephan

Grün, innovativ und praxisnah, so beschreibt sich die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf selbst. Konsequent auf die grünen Ingenieursstudiengänge hat sich die Hochschule ausgerichtet. Seit ihrer Gründung 1971 haben sich Agrar- und Forstwissenschaften drastisch verändert und deshalb müssen sich auch die Studiengänge ändern. Zum Wintersemester 2021/22 werden deshalb zwei neue Bachelor-Studiengänge eingeführt – für eine Bewerbung ist zwar noch Zeit bis zum Sommer, aber Ende März gibt es bereits einen Studieninformationstag online.
Veröffentlicht am 24.03.2021
Agri- und Bio-Business in Weihenstephan

Der neue Bachelorstudiengang „Agribusiness“ löst an der Fakultät „Nachhaltige Agrar- und Energiesysteme“ ab dem kommenden Wintersemester den Vorgänger „Wirtschaftsingenieurwesen Agrarmarketing und Management“ ab. Als umfassendes Studium soll er „Allrounder“ für die Agrarwirtschaft ausbilden, die sich mit ökonomischen und betriebswirtschaftlichen Themen ebenso auskennen wie mit der Landwirtschaft selbst oder mit digitalen Technologien. Das Themenangebot des Vorgänger-Studienganges wurde dazu vollständig überarbeitet. „Die Besonderheit ist sicherlich, dass dieser Studiengang zwei Komponenten miteinander verbindet: Einerseits die naturwissenschaftlich-technische Welt und auf der anderen Seite die kaufmännische Welt“, sagt Professor Markus Beinert von der Hochschule. Der zweite neue Bachelorstudiengang „Bio-Lebensmittel & Business“ bereitet seine Absolventen und Absolventinnen auf Tätigkeiten entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Bio-Lebensmitteln vor, so die Hochschule. Dazu zählen nicht nur das Verständnis für die Bedingungen in der biologischen Landwirtschaft, sondern auch für die Verarbeitung ihrer Produkte zu Lebensmitteln. Die Absolventen und Absolventinnen sollen so die Vermarktung der Bio-Lebensmittel bis hin zum Endkunden optimieren. „Das Besondere am Studiengang ist eben, dass sie aktiv den gesellschaftlichen Diskurs mitgestalten können wenn es um die Produktion von ökologischen Lebensmitteln geht. Studierende können schon während des Studiums mit Firmen und Unternehmen der Ernährungsbranche zusammenarbeiten“, sagt Dr. Larissa Drescher, die an der Hochschule Internationale Agrarmärkte und Ökonomie lehrt. Beide neuen Studiengänge dauern sieben Semester und haben keine Zulassungsbeschränkung.

Nachhaltigkeit im Agribusiness

Auch im Studiengang „Agribusiness“ nimmt nachhaltiges Denken einen hohen Stellenwert in allen Modulen ein, so die Hochschule. Vor Beginn des Studiums ist ein sechswöchiges Praktikum in einem Ausbildungsbetrieb vorgesehen, natürlich nur, wenn die Corona-Situation das zulässt. Im ersten Semester dominieren die naturwissenschaftlich und landwirtschaftlich geprägten Module (50 Prozent) über die ökonomischen und technologischen. Im zweiten bis vierten Semester gibt es dann jeweils ein landwirtschaftliches Modul. Insgesamt dominieren die ökonomischen Module, wo beispielsweise die Grundlagen von BWL, VWL und Kommunikation gelehrt werden. Betriebliche Themen nehmen einen breiten Raum ein, von Marketing über Buchführung und Steuern bis zu Produktion und Logistik, Controlling oder Qualitätsmanagement. Das fünfte Semester ist dann vollständig der Praxis gewidmet mit einem landwirtschaftlichen Praktikum (sechs Wochen) und einem kaufmännischen (17 bzw. 23. Wochen). Danach folgen noch zwei Semester mit vor allem ökonomischen Themen wie Unternehmensführung, Agrarpolitik oder internationaler Handel und die Bachelor-Arbeit. Insgesamt fünf technologische Module sind in das Studium eingestreut, die sich mit Mathematik, Agrartechnik, digitalem Business und Management, Verfahrenstechnik und Smart Farming beschäftigen. Der BSc Agribusiness widmet sich also dem der Nahrungserzeugung vor- und nachgelagerten Teil der Wertschöpfungskette. Die Absolventinnen und Absolventen sollen so den steigenden Ansprüchen der Verbraucherinnen und Verbraucher sowie den zunehmenden Forderungen an eine Landwirtschaft im Einklang mit Ökonomie und Ökologie sinnvoll begegnen können. Auch die Herausforderungen und Chancen einer globalen Wirtschaft sowie die Möglichkeiten der fortschreitenden Automatisierung und Digitalisierung in der Landwirtschaft stehen im Fokus.

Wachsender Bedarf an Fach- und Führungskräften in der Bio-Lebensmittelbranche 

Der BSc „Bio-Lebensmittel & Business“ wird hingegen völlig neu eingeführt. Die Hochschule reagiert damit nach eigenen Angaben auf „den wachsenden Bedarf an gut ausgebildeten Fach- und Führungskräften in der Bio-Lebensmittelbranche in den kommenden Jahren“. Nachhaltigkeit und Klimaschutz stehen auf der gesellschaftlichen und politischen Agenda weit oben, biologische Landwirtschaft und Lebensmittel sind dabei ein wichtiger Faktor. Das Pariser Klimaabkommen und die UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals) geben den politischen Rahmen vor, wie die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung innerhalb der Grenzen der natürlichen Ressourcen gesichert werden kann. Das Studium verbindet dafür produktions- und verarbeitungstechnische Grundlagen mit betriebswirtschaftlichen Inhalten und bereitet die Absolventinnen und Absolventen auf den Managementbereich der wachsenden Bio-Branche vor. Dafür liegt der Schwerpunkt der Module ganz klar auf der Vermarktung biologischer Lebensmittel. 16 von 30 Modulen sowie das 23-wöchige Praktikum im 5. Semester und die Abschlussarbeit gehören in diesen Bereich. Die anderen Module verteilen sich auf die Erzeugung und Verarbeitung biologischer Lebensmittel (je 4 Module) sowie auf den Konsum (6 Module)

Virtuelle Studieninfotage

Vom 29. März bis zum 9. April finden an der Hochschule virtuelle Studieninfotage zum gesamten Studienangebot statt. Zu den beiden neuen Bachelor-Studiengängen geben Professorinnen und Professoren, Studierende sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fakultät „Nachhaltige Agrar- und Energiesysteme“ am 30. März Auskunft. 

Programm Online-Studieninformationstag Agribusiness
https://www.hswt.de/studium/studiengaenge/ab.html

Programm Online-Studieninformationstag Bio-Lebensmittel & Business
https://www.hswt.de/studium/studiengaenge/bb.html