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Der Weg zum Topjob führt über den Chat

Ihren bislang erfolgreichsten Digitalen Agrarkarrieretag haben kürzlich die Recruiting-Spezialisten von Agrobrain veranstaltet. Auffällig hoch war das Interesse von erfahrenen Fachkräften, die den nächsten Karriereschritt anstreben.
Veröffentlicht am 16.11.2020

Angetrieben durch die Corona-Pandemie, sind Unternehmen im Agribusiness und Jobsuchende hoch motiviert, auf digitalem Wege durchzustarten. Das beobachtet das Karriereportal Agrobrain. Der Spezialist für Recruiting und Consulting in der Agrarwirtschaft hat kürzlich seinen vierten Digitalen Agrarkarrieretag durchgeführt – und den bislang erfolgreichsten, wie Geschäftsführer Stefan Krämer bilanziert: „Über Facebook, Vimeo, Xing, Linked In, Youtube und unsere eigene Website hatten wir mehr als 150 000 Teilnehmer, das ist enorm.“ Branchengrößen wie Tönnies oder Westfleisch, Claas oder die RWZ in Köln haben das digitale Event genutzt, um sich auf dem Bewerbermarkt zu präsentieren.

Vor der Kulisse der Rennstrecke am Nürburgring hatte Agrobrain, eine Beteiligung der dfv Mediengruppe und Stellenmarkt der agrarzeitung (az), Unternehmen und Absolventen sowie High Potentials auf der Suche nach dem nächsten Karriereschritt Möglichkeiten geboten, sich zu vernetzen. Bei Talkrunden konnten sich Studenten an den Agrarfakultäten, erfahrene Kräfte aus dem Agribusiness oder auch Quereinsteiger informieren über den optimalen Berufsstart, Anforderungen an Führungsposten oder Neid auf Top-Performer und wie Leitungskräfte verhindern, dass dieser dem Betriebsklima zusetzt. Zudem stand das Agrobrain-Team Absolventen beispielsweise beim Bewerbungsmappen-Check mit Tipps zur Seite.

Viele Anfragen über Berufsnetzwerke

Brigitte Schwalen, Personalberaterin bei Agrobrain, verzeichnet in diesem Jahr eine ungewöhnlich hohe Resonanz auf den Digitalen Agrarkarrieretag. Die Recruiterin betreut auch sonst einen Chat, bei dem sich Absolventen oder auch erfahrene Fachkräfte an Agrobrain wenden können, um die erste beziehungsweise nächste Karrierestufe zu erklimmen. „Auf dem diesjährigen Agrarkarrieretag sind bestimmt fünf Mal so viele Chats eingegangen wie sonst üblich“, bilanziert Schwalen. Besonders auffällig war die hohe Resonanz seitens der High Potentials: „Über das Karrierenetzwerk Linked In haben mich unmittelbar nach dem Event auffallend viele Anfragen von erfahrenen Kräften erreicht, die den nächsten Karrieresprung machen wollen“, erzählt Schwalen. Dabei handele es sich um Beschäftigte aus dem Agrarhandel, der Landtechnik oder dem Pflanzenbau, die in großen Unternehmen tätig sind und häufig älter als 40 Jahre: „Dann ist für viele Menschen, die sich vorstellen können, selbst Bereichsleiter oder Geschäftsführer zu werden, der Zeitpunkt erreicht, an dem sie denken: ‚Jetzt oder nie‘“, sagt die Karriere-Beraterin. Wenn die Strukturen beim bisherigen Arbeitgeber so sind, dass die nächsthöheren Posten bereits vergeben sind, sei das Weiterziehen gefragt.

Absolventen dagegen hätten sie am Karrieretag kontaktiert, um praktische Fragen rund um die Bewerbung zu klären. „Viele wollen wissen, wie sie mit Lücken im Lebenslauf umgehen“, sagt Schwalen. Außerdem interessieren sich Studenten dafür, wie lange ein Auslandsaufenthalt, etwa im Rahmen eines Work-and-Travel-Programms, am besten dauern sollte. „Bei Gehaltsvorstellungen muss man manch einen Berufsanfänger auf den Boden der Tatsachen zurückholen“, berichtet Schwalen: „Ein Anfangsgehalt von 60 000 Euro im Jahr im Vertrieb mag zwar den eigenen Wünschen entsprechen, doch 40 000 Euro sind realistischer“, konkretisiert sie. Um beim Beispiel eines Vertriebsjobs zu bleiben: Da bekämen Mitarbeiter in der Regel einen Dienstwagen, Laptop, Tablet und Smartphone gestellt – und könnten bei Erfolg schnell größere Gehaltssprünge machen als auf anderen Posten.

Talkshow-Einsatz mit Wirkung

Andre Moreira, Geschäftsführer von Novihum, hat den Digitalen Agrarkarrieretag aus der Perspektive eines Unternehmens erlebt. Für sein Start-up, das in Dortmund Dauerhumusgranulat zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit herstellt, sucht er sowohl erfahrene Kräfte als auch Absolventen. „Beim Digitalen Agrarkarrieretag habe ich als Referent bei zwei Talkrunden mitgemacht“, sagt Moreira im Gespräch mit der agrarzeitung (az). Eine gute Gelegenheit, sich selbst und das Unternehmen in Szene zu setzen: „Interessierte Arbeitskräfte, die hören, wie sich der CEO in einer Diskussion über nächste Karriereschritte oder Neid auf Top-Performer präsentiert, bekommen einen viel lebendigeren Eindruck von einer Firma als über eine Stellenanzeige“, ist sich Moreira sicher. Tatsächlich hätten ihn Interessenten auf seinen Talkshow-Einsatz hin angemailt: „Da waren durchaus spannende Kandidaten dabei – auch wenn nicht für jeden Einzelnen zum aktuellen Zeitpunkt die passende Position im Unternehmen frei ist.“

Doch auch einen unmittelbaren Treffer habe ihm der Digitale Agrarkarrieretag beschert, berichtet Moreira weiter: Nach dem Event habe er gemeinsam mit Brigitte Schwalen von Agrobrain Bilanz gezogen über das Event und neue Möglichkeiten auf dem Absolventenmarkt, die sich dort ergeben hätten: „Brigitte hat mir ein Profil eines Kandidaten vorgestellt, den ich unbedingt kennenlernen möchte“, so Moreira.

Mit dem Rückenwind des Digitalen Karrieretages blickt das Team von Agrobrain bereits auf das kommende Jahr: Neben dem Karrieretag soll es eine Karrierewoche geben, natürlich digital.