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Arbeitsplatzwechsel - Zeit für was Neues?

Sind Sie ständig genervt von Ihrem Job? Haben Sie kein Zutrauen in die Zukunft der Klitsche, für die Sie arbeiten? Ober haben Sie mehr drauf als das, was man Ihnen zutraut? Dann wird es Zeit, über einen Wechsel nachzudenken.
Veröffentlicht am 06.02.2020

Ehe Sie aber Ihrem Chef die Kündigung auf den Tisch knallen: Werfen Sie zunächst einen Blick auf sich selbst. Welche persönlichen Stärken und Schwächen haben Sie aktuell, welche Erfahrungen in dieser Hinsicht haben Sie in der Vergangenheit gemacht und bei welchen Aufgaben fühlen Sie sich so richtig sauwohl?

Erinnern Sie sich im nächsten Schritt daran, warum Sie den aktuellen Job angenommen haben: Warum haben Sie sich beworben, was haben Sie sich davon versprochen? Dann sollten Sie als Nächstes die vorherigen Erkenntnisse mit Ihrer aktuellen Situation abgleichen. Gibt es große Diskrepanzen, so ist das ein Zeichen dafür, dass Sie sich nach neuen Aufgaben umsehen sollte.

Ist das nicht der Fall, dann liegen die Gründe ihrer Unzufriedenheit vielleicht gar nicht im beruflichen Feld, sondern woanders. Glauben Sie noch immer, dass der Job Sie unzufrieden macht, dann analysieren Sie diesen genauer. Betrachten Sie die einzelnen Elemente: Chef, Kunden, Kollegen, Aufgaben, Konditionen – in welchem Bereich hakt es, was ist in Ordnung? Schließen Sie die Selbstanalyse ab mit der offenen Frage: Wenn ich ganz frei entscheiden könnte, ohne Rücksicht auf Familie, Finanzen, Karriere, was würde ich dann tun?

Die häufigsten Gründe für einen Jobwechsel
  • Wunsch nach neuen Herausforderungen
  • Keine Entwicklungsperspektive im Unternehmen
  • Zu wenig Wertschätzung der eigenen Leistung
  • Zu hoher Arbeitsdruck
  • Unzufriedenheit mit weiteren Konditionen (Überstunden/Freizeitausgleich, Anfahrt, Geschäftsprozesse und -strukturen)
  • Die lieben Kollegen und Kolleginnen, die einen nicht leiden können oder die man selbst nicht leiden kann

Ein Sonderfall bei der Suche nach Wechsel-Impulsen sind wirtschaftliche Schwierigkeiten des Unternehmens – wenn Sie annehmen, dass die nicht nur vorübergehend sind und möglicherweise sogar existenzbedrohend, dann ist es natürlich nicht sinnvoll, zu warten, bis die Firma in den Brunnen gefallen ist. Als Grund für einen Jobwechsel ist das aber ein eher fremdbestimmtes Motiv – ebenso wie im positiven Fall die absolut perfekt auf mich passende Stelle, mit hoher Dotierung beim Shooting-Star der Branche. Manchmal läuft einem so ein Angebot über den Weg, zu dem man kaum „Nein“ sagen kann. Aber die Regel ist es nicht.

Alternativen zur Kündigung

Jetzt sollten Sie eine profunde Bestandsaufnahme gemacht und vielleicht auch verschriftlicht haben. Wenn Sie Veränderungsbedarf festgestellt haben, dann ist auch jetzt noch nicht die Kündigung der nächste Schritt, sondern die Frage: Was kann ich ändern und wie? Ein Jobwechsel ist nicht die einzige Option, die Sie haben. Vielleicht ist ein Sabbatical angesagt oder eine Reduktion der Arbeitszeit, um mehr Zeit für Familie oder Hobby zu haben? Sehen Sie Möglichkeiten, innerhalb des Unternehmens zu wechseln, vielleicht gar verbunden mit neuen Karriereperspektiven?

Falls diese Möglichkeiten infrage kommen, sollten Sie als Erstes den Kontakt zu Vorgesetzten oder sonstigen relevanten Stellen im Unternehmen suchen, zum Beispiel zum Betriebsrat oder zur Personalabteilung zur Beratung.

Aber wenn Veränderung im bestehenden Rahmen nicht möglich ist oder nicht Ihren in der Analyse festgestellten Bedürfnissen entspricht, dann sollten Sie sich nach einem neuen Arbeitsplatz umsehen. Aktuell gilt gerade in den frühen Jahren einer Karriere das Durchlaufen verschiedener Stationen bei verschiedenen Unternehmen als Standard – und es stimmt ja auch: Wer immer mal eine neue Aufgabe annimmt, macht auch neue Erfahrungen. So wie Handwerksgesellen früher auf die Walz gingen.

Weniger ist manchmal mehr

Aber bedenken Sie: Wer in 40 Karrierejahren alle drei Jahre die Stelle wechselt, wird es auf 13 Berufsstationen bringen – das ist unsinnig. Eine Online-Befragung unter 2000 deutschen Beschäftigten im Jahr 2016 hat einen Durchschnitt von fünf verschiedenen Stellen in 40 Jahren gebracht, das wären acht Jahre bei einer Firma – das klingt schon realistischer und gesünder. Ideal: als Berufseinsteiger öfter mal wechseln, aber nur in gut begründeten Fällen allzu deutlich von der 3-Jahres-Empfehlung abweichen. In den mittleren und späten Jahren dann aber stärker auf Kontinuität setzen.